in store: LOOP

L – Lernen O – Offenlegen O – Orientieren P – Prozessieren

Loop ist eine Methode zur kollektiven Ideengenerierung und Reflexion. Jedes Mitglied des des STORE verpflichtet sich, einmal pro Woche ein kleines, offenes Arbeitspaket in unseren digitalen Hub (Creative Bold) hochzuladen. Dabei geht es nicht um fertige Ergebnisse, sondern um erste Spuren, Mini-Ideen, Fundstücke oder Denkbewegungen – visuell, textlich oder medial.

Das kann ein Bild sein, ein Gedanke, ein Zitat, ein Ton, ein Sketch, ein Fehler, ein Aha – egal was, Hauptsache echt.
Beim Mini-Jour Fixe (jeden Freitag 19:00–19:30 Uhr) picken wir gemeinsam 2–3 Beiträge heraus, geben Resonanz, stellen Fragen, spinnen weiter. So entsteht ein gemeinsamer Denkraum – rhythmisch, verbindlich, leicht. Ohne Leistungsdruck – stattdessen mit neugieriger Resonanz, Rückfragen und Impulsen.

Damit kreative Prozesse nicht im Anspruch des „großen Wurfs“ blockieren, setzt STORE auf fragmentarisches Arbeiten: kleine, bewusst unperfekte Arbeitspakete, die in einem geschützten Raum geteilt und gemeinsam reflektiert werden. So entsteht ein rhythmischer Fluss aus Denken, Teilen, Reagieren und Verdichten.

UNIT LEAR / TH KOELN 2016

Im Zentrum von Loop steht die forschende Annäherung an künstlerische Fragestellungen durch wiederholtes Tun, Zeigen, Reflektieren und Revidieren. Die Methode verbindet intuitives und diskursives Arbeiten, indem sie Medien, Perspektiven und Ausdrucksformen bewusst wechselt, um Inhalte, Gedanken und Themen in ihrer Tiefe und Vielschichtigkeit zu erfassen.

LOOP was LAB-tested during my work at the Laboratory of Experimental Art, Architecture and Research – TH-Köln University of Applied Sciences

Das Arbeiten erfolgt in rotierenden Zyklen: Es wird produziert, rezipiert, kommentiert – und von vorn begonnen. Dabei entstehen Zwischenergebnisse, die nicht als „fertige Werke“, sondern als temporäre Verdichtungen im Prozess der Auseinandersetzung verstanden werden. Jedes Fragment ist ein Zugang – kein Abschluss.

Zum Einsatz kommen verschiedene Medien wie Film, Text, Objekt, Skizze oder digitale Formate. Die bewusste Variation der Ausdrucksmittel schärft den Fokus auf die konzeptuelle Ebene: Es geht darum, Geschichten zu formulieren, Haltungen sichtbar zu machen und Bedeutungsräume zu erschließen – nicht um technische Perfektion.

Mapping einer Konversation

Alle Beiträge werden im gemeinsamen Hub gesammelt und im wöchentlichen Loop-Meeting exemplarisch besprochen. Die Fragmente werden als Vehikel betrachtet, die dazu dienen, ein tieferes Verständnis von sich, der Welt und dem Thema zu entwickeln. Kritik erfolgt nicht entlang von Qualitätskriterien, sondern entlang von Resonanz, Neugier und konzeptueller Offenheit.

  • Lernen durch Tun, Beobachten, Wiederholen.
  • Offenlegen meint: fragmentarisch teilen, sichtbar machen.
  • Orientierung durch Feedback, Dialog, Kontext.
  • Prozessieren als bewusste Integration in den persönlichen Denk- und Ausdrucksprozess.

Mapping der Hundebegegnungen während eines Spaziergangs

STORE arbeitet fragmentarisch – gemeinsam, regelmäßig, leicht.
Um unser kreatives Denken lebendig zu halten und keine*r allein mit dem Anspruch des „fertigen Werks“ bleibt.

Warum das funktioniert:


• Kleine Einheiten senken die Einstiegshürde.
• Geteilte Fragmente erzeugen kollektive Intelligenz.
• Wiederholung schafft kreative Resilienz.
• Austausch stärkt Verbindung.

Technisch erinnert das an Prozesse aus Tools wie Slack, Miro oder Notion, aber mit mehr Fokus auf Resonanz statt Reaktion, auf Langsamkeit statt Performance.

What you see her is a showcase of student works crafted within the Unit LEAR, the Laboratory of Experimental Art, Architecture and Research that i ran together with Prof. Dr. Michel Müller and Julia Stefanovici from 2014 to 2016. I joined the Unit in 2011 as a research assistant.

Q:

Ist Kunst ein Spiel? Ein Entwurf und Versuch und Prozess? Eine Verhandlung? Eine Beziehung? Wenn unbewusste Teile des Selbst an die Oberfläche gelangen und in Interaktion mit der Außenwelt treten? In Form einer Projektion, auf einer Leinwand, anhand eines Films, also mit Hilfe eines Mediums und Resonanzkörpers? Bedeutet es, die bewusste, gesteuerte Welt von Wertung und Normativität hinter sich lassen, loslassen zu können, um partiell frei von bewusster Steuerung in den peripheren, dialektischen Raum der Auseinandersetzung zu treten?

A:

Nur in diesem iterativen Wechselspiel, in der Ganzheitlichkeit des Prozesses entsteht das Neue. Grundvoraussetzung ist eine gewisse Ambiguitätstoleranz. Die Fähigkeit, einen Raum zu schaffen, in dem Gegensätze miteinander in Beziehung gesetzt werden dürfen und ein Miteinander entsteht. Ein Prozess aus Produktion und Kommunikation, aus Projektion und Rezeption, aus Schreiben und Lesen. Dort entsteht Verarbeiten, entsteht Verstehen, entsteht Erkennen, entsteht Lernen.

Benjamin Holland
Gespräch, 2016

—————

Unser Ziel ist es, einen Zugang zu Ihren Ideen zu bekommen. Wir nähern uns mit Hilfe verschiedener Medien Ihrem entwerferischen Potential. In dieser Aufgabe stellen wir das Analoge mit dem Digitalen in einen Bezug. Sie haben ein Storyboard erarbeitet, das Ihnen in dieser Beziehung von Nutzen sein kann. Im Workshop haben wir die verschiedenen Szenarien betrachtet und versucht in einen Dialog zu setzen. Arbeiten sie das Konzept aus, verändern sie es unter Umständen. Setzen Sie ihr Modell als Resonanzkörper für Ihr Zwiegespräch in Szene.

Die Arbeiten werden im Rahmen eines theoretisches Samplings iterativ an neue Erkenntnisse angepasst, sodass unerwartete Themen und Differenzierungen in den Daten berücksichtigt werden können und dadurch ermöglicht wird, dass sich die Datenanalyse flexibel an sich entwickelnde theoretische Konzepte anpasst und so ein möglichst tiefgehendes Verständnis der Prozesse ermöglicht wird

(vgl. Glaser & Strauss, 1967; Denzin & Lincoln, 2011).

AUSSTELLEN AUSSTELLEN – Vernissage im Museum für verwandte Kunst

Die gegenwärtige Debatte um das Ausstellen wirft fundamentale Fragen hinsichtlich der Rolle und des Verständnisses von Ausstellungsarchitektur auf. Während einige Ansätze das traditionelle Errichten von Ausstellungsräumen als veraltet interpretieren, argumentieren andere dafür, dass monumentale Strukturen als Träger kulturellen Gedächtnisses unerlässlich bleiben. Wie Hannah Arendt in ihrer Analyse des öffentlichen Raums betont, sind Orte, an denen die Öffentlichkeit zusammenkommt, nicht nur politische Arenen, sondern auch kulturelle Monumente, die das Wirken und die Spuren unserer gemeinsamen Geschichte bewahren (vgl. Arendt, 1958).

Susan Sontag erweitert diese Perspektive, indem sie aufzeigt, dass die Rezeption von Kunst nicht allein in der Vermittlung von formalen Eigenschaften besteht, sondern auch in der intensiven sinnlichen Erfahrung und emotionalen Beteiligung des Betrachters. Dies unterstreicht, dass die Ausstellung als Medium nicht nur Wissen überträgt, sondern auch ein Raum für die Auseinandersetzung mit dem Erlebten und Empfundenen darstellt (vgl. Sontag, 1977).

Ergänzend dazu fordert Jacques Rancière dazu auf, die traditionellen Hierarchien zwischen Aussteller und Publikum zu überdenken. In seinem Diskurs über die „Distribution des Sinnes“ wird die Rolle des Publikums als aktiver Mitgestalter der Bedeutung hervorgehoben, was zu einer Demokratisierung der Ausstellungspraxis beiträgt (vgl. Rancière, 2000). Diese Ansätze verdeutlichen, dass das Ausstellen heute weit mehr ist als die schlichte Präsentation von Objekten – es ist ein interaktiver Diskurs, der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in einem dynamischen Spannungsfeld verortet.

Im Rahmen des Projekts „AUSSTELLEN AUSSTELLEN“ werden ausgewählte Arbeiten präsentiert, die diese theoretischen Überlegungen in einen praktischen Kontext überführen. Die Ausstellung im Museum für verwandte Kunst in Köln versteht sich als Plattform, auf der traditionelle und innovative Ansätze der Ausstellungskonzeption miteinander in Dialog treten. Ziel ist es, die Notwendigkeit von Denkmälern als kulturelle Zeugen unserer Kunst-Zeit neu zu interpretieren und einen Beitrag zum fortlaufenden Diskurs über die Rolle des Ausstellens in der modernen Gesellschaft zu leisten.


Einladung zur Vernissage

  • Datum: Donnerstag, 28. Juli 2016
  • Uhrzeit: 18:00 Uhr
  • Ort: Museum für verwandte Kunst, Köln

Hello, this is everybody:
Publikation Volume I:

Was wollen Sie heraus finden?
————————————————————
Notieren Sie auf einer Postkarte Ihrer Wahl,was Sie derzeit mehr als alles andere interessiert.

Was wollen Sie heraus finden? Fassen Sie diese Fragestellung, dieses Leitmotto oder Credo so kurz, klar und prägnant zusammen, wie es Ihnen möglich ist. Nehmen Sie sich ein paar Tage Zeit für diese Auseinandersetzung. Machen Sie sich Notizen und kehren Sie nach ein paar Stunden oder ein, zwei Tagen wieder zu den Notizen zurück. Ist es wirklich das was Sie bewegt? Seien Sie ehrlich zu sich, es gibt kein richtig oder falsch. Bringen Sie die Postkarte zur nächsten Lehrveranstaltug mit. Dort wird sie anonym von uns eingesammelt.

ANALOGES GEDÄCHTNIS
Grundlagen im Entwerfen
————————————————————
Wir werden das Skizzenbuch im Rahmen des Films als erste Übung nutzen, um die Situation des passiven Konsumierens um die des aktiven Schaffens von Inhalten zu erweitern.

Unser Ziel ist es, die Aufmerksamkeit und die Fähigkeit der Reflektion zu schulen. Wir wollen uns dazu befähigen, die eigene Wahrnehmung und die in Kombination mit dem Unbewussten generierten Inhalte bewusst zu nutzen und unter Umständen auch zu verändern. Dazu brauchen wir ein Medium, das diese Inhalte festhält. Unser biologisches Gedächtnis ist nur begrenzt in der Lage dazu, Inhalte bewusst und selektiv aufzuzeichnen und gezielt zur Verfügung zu stellen.
Gedächtnisinhalte sind darüber hinaus einer ständigen Umbildung unterworfen und verblassen nach einer Zeit. Das Skizzenbuch ist ein Speichermedium, dass uns dazu dient, die durch uns generierten Inhalte festzuhalten und zur späteren Bearbeitung zur Verfügung zu stellen. Die Aufzeichnung gibt uns die Möglichkeit, sich erneut mit diesen
Inhalten auseinanderzusetzen, sie gegebenenfalls erneut zu rezipieren, zu relefktieren, zu dechiffrieren, in Frage zu stellen, weiter zu entwickeln, etc.
Zeichnen Sie. Notieren Sie. Skizzieren Sie. Nutzen Sie ihr Skizzenbuch als analoges Gedächtnis. Übersetzen sie Ihre Sinne,Ihre Wahrnemung in Worte, Schrift, Zeichen und Symbole und halten Sie sie in Ihrem Skizzenbuch fest.